Konstantin Krimmel

Pizzicato 09 / 2019: »Der deutsch-rumänische Bariton Konstantin Krimmel hat für dieses CD-Recital-Debüt Lieder und Balladen ausgewählt, die er zusammen mit Dorina Tchakarova sehr dramatisch, sehr textbezogen und mit größter vokaler Dramaturgie gestaltet. Diese künstlerische Option, diese Vokalstücke jeweils als ein kleines Drama aufzufassen, ist ganz gewiss nicht falsch, umso mehr als die dem Sänger keinerlei stimmliche Schwierigkeiten bereitet. Nichts wirkt forciert, die Stimme bleibt auch im Elan schön geschmeidig und wohlklingend. Krimmels flexible und angenehm timbrierte, relativ hohe Baritonstimme wird vom Intellekt und von der Seele gemeinsam geführt. Die Stimmführung ist genau so sicher wie die Intonation. Vor allem bewundern wir bei ihm eine Färbungskunst, die ganz außergewöhnlich ist und aus ihm einen Liedsänger von ganz hervorragendem Rang macht, bei dem man jedes Wort versteht, das er singt. 




„Mehr als ein Dutzend Auszeichnungen hat Konstantin Krimmel in den vergangenen Jahren abgeräumt. Und für seine Debüt-CD möchte man ihm gleich die achte dazu verleihen. Der junge Bariton singt romantische Balladen von Loewe, Schumann, Schubert und Jensen – eine echte Entdeckung! – und präsentiert sich schon jetzt, mit Mitte zwanzig, als herausragender Liedinterpret.“


Der gebürtige Ulmer, der 2020 sein Studium an der Musikhochschule in Stuttgart abschließen wird, verfügt über ein wunderbar balsamisches Timbre mit einer leichten Höhe und einer geschmeidigen Verbindung der Register, er dosiert sein Vibrato geschmackvoll und präsentiert sich als begnadeter Erzähler. Man versteht buchstäblich jedes einzelne Wort, ohne sich von Konsonanten angespuckt zu fühlen.
Dabei entfalten die beiden ein breites Spektrum an Farben, das den wechselnden Stimmungen der Miniaturdramen folgt: In Schumanns „Belsatzar“ inszeniert Krimmel einen Kontrast aus lärmendem Trubel, giftiger Leuchtkraft und gehauchter Schockstarre, in Loewes Version des „Erlkönigs“ nutzt er seine Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll, um die verschiedenen Rollen – den Vater, den ängstlichen Sohn und den todessüß säuselnden Erlkönig – in direkter Rede darzustellen.
Wer etwa den unwiderstehlichen Lockruf und das schaurige Ende von Adolf Jensens „Die Braut“ gehört hat, wird die CD nicht so schnell wieder aus der Hand geben.

Marcus Stäbler